ProjekteKultur Jazz-Hall an der HfMT Hamburg

Die Jazz-Hall an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg ist ein Konzertraum, der vorrangig auf die Bedürfnisse des Fachbereiches Jazz ausgelegt ist, jedoch auch als Vorlesungssaal oder für Konzerte anderer Fachbereiche genutzt werden kann.

Die bauliche Situation auf dem Campus der Hochschule ist sehr eng und die Sichtbarkeit des denkmalgeschützten Budge-Palais darf nicht eingeschränkt werden. Deshalb wird der Saal in einem Teilbereich der unter der Gartenanlage bestehenden Tiefgarage entstehen und sich nur um die zusätzlich benötigte Raumhöhe aus der Rasenfläche wölben. In der dem Alstervorland zugewandten Gartenanlage wird das geschwungene Dach der Jazz-Hall mit Rasen begrünt und wird lediglich als Hügel wahrnehmbar sein. Um eine natürliche Belichtung des unterirdischen Saales zu schaffen, ist geplant, das bestehende Gelände zum Alstervorland hin in Form von Sitzstufen auf der Stirnseite des Saales abzugraben, so dass diese von der Außenalster her nicht zu sehen sind, aber eine raumhohe Glasfassade des Saales hinter der Bühne ermöglichen.

Der Konzertsaal wird mit 199 Sitzplätzen für Besucher und mit einer geräumigen Bühnengröße, die für das Spiel einer Bigband geeignet ist, ausgestattet sein. Die Glasfassade hinter der Bühne wird aufklappbar konstruiert, so dass sich bei gutem Wetter das Orchester auf der Bühne umdreht und in Richtung der  Alsterwiesen spielend ein Open-Air-Konzert geben kann. Das Publikum nimmt bei einem Open-Air-Konzert auf den außen liegenden Sitzstufen Platz. Ziel ist es hiermit eine Verzahnung mit der Öffentlichkeit zu erreichen. Durch die bauliche Ausformung des Daches werden bei sommerlichen Konzerten mit geöffneter Fassade die benachbarten Grundstücke vor Schallimmissionen geschützt.

Die Jazz-Hall befindet sich derzeit im Bau. Die Fertigstellung ist für Herbst 2020 geplant.

Presseartikel

Unterirdisch und überfällig: die Jazz Hall der MusikhochschuleHamburger Abendblatt | 25. Januar 2020

Richtfestfür eine neue Spielstätte, mit fünf Millionen Euro von der E. A. Langner-Stiftung finanziert. Die Zahl der Studienplätze wird erhöht Heinrich Oehmsen Hamburg Die Richtkrone, die in Richtung Himmel hochgezogen wird, wirkt wie ein Symbol: Es geht aufwärts mit dem Jazz in Hamburg. An der Hochschule für Musik und Theater (HfMT) wurde nun Richtfest für ein neues spektakuläres Gebäude gefeiert, die „Jazz Hall“. Dahinter verbirgt sich ein weitgehend im Boden eingelassener Konzertraum. Der 200 Zuhörer fassende Saal entsteht vor dem Budge-Palais und den Trautwein-Gebäuden unter der Gartenanlage, die sich in Richtung Harvestehuder Weg erstreckt. Die Hälfte der Tiefgarage musste für den Neubau weichen. Als „Maulwurf-Haus“ bezeichnet Mäzen und Jazz-Förderer Ernst A. Langner das neue Gebäude, das sich mit seinem runden Dach aus der Rasenfläche wölbt, um die Sichtbarkeit des denkmalgeschützten Budge-Palais nicht einzuschränken. Das Besondere an der von Jan-Oliver Meding entworfenen Architektur ist, dass die Jazz Hall sowohl Indoor als auch Outdoor genutzt werden kann. Vor der vollständig zu öffnenden Glasfassade sollen Sitzstufen errichtet werden, sodass auch von draußen zugeschaut werden kann, wie in einem kleinen Amphi-Theater. Seit 2004 engagiert sich Langner für den Jazz in Hamburg. Er hat den mit 10.000 Euro dotierten Hamburger Jazzpreis ausgelobt und es sich mit seinem Engagement für den Jazz auch zur Aufgabe gemacht, die HfMT massiv zu unterstützen. Mit fünf Millionen Euro finanziert die E. A. Langner-Stiftung die Jazz Hall, weitere 700.000 Euro steuert die Hansestadt Hamburg bei. Der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) würdigte die Jazz Hall als wichtigen Beitrag zur Musikstadt Hamburg: „Die Offenheit des Jazz entspricht als Haltung der Stadt“, so Tschentscher. Für Langner erfüllt sich eine Vision, er nennt die Jazz Hall ein „Leuchtturmprojekt“ und betont die Wichtigkeit so einer Spielstätte: „Jazz entsteht durch Improvisation, und die ist nur in der Gruppe möglich. Allein kann man nicht improvisieren.“ Dass die Jazz Hall zum Teil im Untergrund errichtet wird, ist für ihn kein Makel: „Der Jazz ist auch früher schon in die Keller gegangen.“ Die Jazz Hall wird nach der Fertigstellung im Herbst zum 550 Quadratmeter großen Musiksaal werden, der speziell auf die Bedürfnisse des Studiengangs Jazz zugeschnitten ist, jedoch auch für Vorlesungen genutzt werden kann. Die Bühnengröße: elf mal sieben Meter. Hamburg galt lange nicht gerade als eine Jazz-Hochburg. Doch in den vergangenen Jahren hat sich einiges getan. Der NDR blickt mit seiner Bigband und seinen Jazzkonzerten auf ein Jahrzehnte langes Engagement zurück; das Elbjazz-Festival, das Programm der Elbphilharmonie, diverse kleine Clubs und die Hochschule für Musik und Theater (HfMT) mit ihrem Studiengang haben dem Jazz zuletzt zu sehr viel Aufmerksamkeit verholfen. Seit 15 Jahren ist Professor Wolf Kerschek, selber Gewinner eines Echos und des Hamburger Jazzpreises, verantwortlich für die Ausbildung junger Jazzmusiker. Auch hier hat Ernst A. Langner entscheidend Unterstützung gewährt. Zusammen mit seiner Stiftung konnte der Masterstudiengang Jazz an der HfMT 2014 eingerichtet werden. Anfangs gab es acht Studierende. 2021 übernimmt die Wissenschaftsbehörde die Finanzierung des Studiengangs und baut ihn auf 16 Plätze aus. Insgesamt 66 junge Musiker und Musikerinnen werden dann als Lehramts- oder Master-Studenten an der HfMT eingeschrieben sein. Mit der Jazz Hall steht ihnen ein Raum zur Verfügung, der zu einem Kreativzentrum für Komposition und Improvisation werden soll. Es geht aufwärts mit dem Jazz in Hamburg.  

Richtfest für die neue Hamburger Jazz-HallNDR 90,3 | 24.01.2020

von Daniel Kaiser | 24.01.2020 | NDR 90,3   Hamburg bekommt einen neuen Konzert-Saal. Mit viel Musik wurde jetzt Richtfest für die neue Jazz-Hall der Hochschule für Musik und Theater an der Alster gefeiert. Der Saal soll im Herbst eröffnet werden. Er hat 200 Sitzplätze, 400 Menschen passen insgesamt hinein. "Down By The Riverside" spielen die Jazz-Studierenden und marschieren zur Baustelle. Tatsächlich: In Sichtweite der Alster wird die Halle in die Erde eingegraben. Sie sieht ein bisschen aus wie ein Maulwurfshügel. Das Ganze ist nicht nur ein Zugeständnis an Bauvorschriften, sondern auch eine Erinnerung daran, dass Jazz oft in Kellern gespielt wurde und wird. "Ein Riesenschritt nach vorne" Elmar Lampson blickt stolz auf den über der Baustelle schwebenden Richtkranz. "Das ist ein Riesenschritt nach vorne", sagt der Hochschul-Präsident. "Das ganze Hamburger Musikleben wird lebendiger und inspirierender. Für uns ist das ein ganz, ganz besonderer Tag." Während die Studentenband eine Smooth-Jazz-Version der Hamburg-Hymne "Hammonia" hinlegt, blickt Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank entzückt auf die fertige, elegant geschwungene Betondecke und atmet einmal aus. "Es sieht jetzt alles so unbeschwert und leicht aus", sagt Fegebank und spricht von komplizierten jahrelangen Verhandlungen. "Deshalb bin ich froh, dass es hier mit großen Schritten vorangeht."

" Ach, und Jazz haben die auch"

Ohne Ernst Langner wäre dort im Garten der Hochschule immer noch eine grüne Wiese. Der Unternehmer und Jazz-Enthusiast trägt das Projekt seit 15 Jahren mit seinem Engagement und dem nötigen Kleingeld. Fünf Millionen Euro gibt er dazu. 700.000 Euro kommen vom Senat. Langner ist aus Leidenschaft dabei. "Ich musste als 12-Jährger mal meine Schulklarinette abgeben, weil sie sagten, Jazz sei 'Nigger-Musik'", erinnert er sich. "Für einen 12-Jährigen ist das sehr bitter. Seitdem ist das in meiner Seele, und ich freue mich, wenn ich Jazz höre." Im Herbst wird die Jazz-Hall eröffnet. Und sie ist erst der Anfang. Danach kommen noch Probenräume dazu. Die Studierenden mit ihrer Musik und ihr Jazz-Professor Wolf Kerschek freuen sich schon auf ihre neue Halle. Der Clou: Von der Bühne aus kann man den Saal nach innen, aber auch ein kleines Amphitheater draußen bespielen. "Im Sommer kann man die Glasfront öffnen. Dann werden die Leute merken: Hier ist die Musikschule. Ach, und Jazz haben die auch. Es ist einfach großartig", freut sich Kerschek.

Musikhochschule Hamburg bekommt neue Jazz-HallSüddeutsche Zeitung | 24. Januar 2020

Hamburg (dpa/lno) - Die Hochschule für Musik und Theater in Hamburg bekommt einen neuen Konzertraum. Die Jazz-Hall für rund 400 Zuschauer feierte am Freitag Richtfest und soll zum Wintersemester 2020 fertig sein, teilte die Wissenschaftsbehörde mit. Das Besondere: Die 550 Quadratmeter große Jazz-Hall befindet sich unter der Gartenanlage und wird sich nur um die zusätzlich benötigte Raumhöhe aus der Rasenfläche wölben, um die Sichtbarkeit des denkmalgeschützten Budge-Palais nicht einzuschränken. Die Kosten betragen rund 5,7 Millionen Euro, von denen die Dr. E. A. Langner-Stiftung 5 Millionen Euro und die Stadt Hamburg 700 000 Euro übernimmt.

"Mit der Jazz-Hall entsteht ein hochattraktiver und moderner Konzertsaal, der zusammen mit dem Ausbau des Jazzstudiengangs die internationale Strahlkraft der Hochschule und des Musikstandortes Hamburg erhöht", sagte Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne). Jazz-Studierende sowie nationale und internationale Stars der Szene bekämen einen exzellenten Ort, um neue Konzertformate zu entwickeln und ihr Publikum zu begeistern.