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So wird der Rahlstedter Bahnhof aussehen

WANDSBEK. Lange galt der Rahlstedter Bahnhof als „Schmuddelecke“ im Zentrum des Stadtteils. Sechs Jahre stand er leer. Das soll sich im nächsten Jahr ändern. Ein modernes Büro- und Geschäftsgebäude soll das alte Rahlstedter Bahnhofsgebäude ersetzen.

„Die Genehmigung ist erteilt, der Bau kann beginnen“, schreiben die beiden Investoren Otto Wulf Bauunternehmung (OWB) und Hanseatische Vermittlungs- und Beratungsgesellschaft (HVB). Die Kosten für den Bau der sogenannten Bahnhofsarkaden liegen bei 5,1 Millionen Euro. „Ab Anfang 2013 sollen die Bahnhofsarkaden Rahlstedter zum Shoppen und Verweilen einladen und dem Stadtteil ein neues Zentrum geben“, so die Investoren. Auch der Bezirk Wandsbek ist optimistisch. „Dass es jetzt mit der Bebauung des alten Bahnhofsgeländes losgeht, ist eine sehr gute Nachricht für Rahlstedt. Das Stadtteilzentrum macht mit dem erweiterten Einkaufszentrum und den neu gestalteten Haupteinkaufsstraßen deutliche Schritte nach vorn“, sagt der Wandsbeker Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff (SPD).

Der Geschäftsführer der HVB, Herbert Wenzel, ist selbst Rahlstedter. Er sagt: „Der Neubau auf dem Bahnhofsareal ist ganz entscheidend für Hamburgs bevölkerungsreichsten Stadtteil. Aufgrund seiner zentralen Lage hat der Neubau maßgeblichen Einfluss auf das Erscheinungsbild.“

Der Begriff Arkade stammt aus dem Lateinischen, „Arcus“ heißt Bogen und bezeichnet in der Architektur einen von Säulen getragenen Bogen. Auf den Neubau passt diese Bezeichnung in zweifacher Hinsicht. Erstens, weil Pfeiler aus hellem Sichtbeton das Gebäude säumen werden. Zweitens, weil der neue Bahnhof die letzte Säule in der Verschönerung des Rahlstedter Ortskerns ist. „Der Bau der Bahnhofsarkaden ist der letzte große Baustein und wird den Stadtteil an dieser wichtigen Stelle dauerhaft aufwerten“, sagt Amtschef Ritzenhoff.

Die Investoren haben eine Computersimulation des Gebäudes veröffentlicht. Das quaderförmige Gebäude, das der Architekt Liam Earley vom Hamburger Planungsbüro MPP entworfen hat, orientiert sich am Bauhausstil. Geplant sind klare Linien, große Glaselemente und Außenwände mit dunklen, rotbraunen Klinkersteinen. Betonpfeiler sollen eine Terrasse im oberen der drei Stockwerken stützen und wie Arkaden anmuten.

Der alte Bahnhof wird abgerissen. Die OWB übernimmt die Bauarbeiten. Der HVB gehört das Grundstück. Die Firmen haben eine gemeinsame Grundstücksgesellschaft gegründet, die nun als Eigentümer und Auftraggeber fungiert. Auf drei Stockwerken steht eine Fläche von 3000 Quadratmetern zur Verfügung. Das Erdgeschoss ist für den Einzelhandel und das Obergeschoss für Büros vorgesehen. Im Vermarktungskatalog werben die Investoren mit der guten Lage im „Mittelpunkt von Rahlstedt“. Rund zwei Millionen Menschen kämen dort jedes Jahr auf dem Weg zur Regionalbahn oder dem nahen Busbahnhof vorbei. Ihre Zahl werde durch die S-Bahn-Anbindung (S 4) steigen. Zudem münden drei Haupteinkaufsstraßen der Rahlstedter Fußgängerzone in den Bahnhofsvorplatz. Diese Einkaufsstraßen werden laut Bezirksamt in den kommenden Jahren auch erneuert. An der Schweriner Straße sei bereits ein Bauabschnitt abgeschlossen, sagte ein Sprecher.

Im Zuge des Neubaus der Bahnhofarkaden werden auch Vorplatz und Fußgängerzone neu gestaltet, teilten die Investoren mit. Die vor dem Grundstück verlaufende Straße werde aufgehoben. Das Bezirksamt hat ein Planungsbüro beauftragt, das auch die Bürger einbinden soll. Im Januar werde es eine Veranstaltung geben, bei der Bürger Meinungen und Wünsche zur Neugestaltung äußern können, heißt es aus dem Bezirksamt.

Hamburger Abendblatt - 26./27.11.2011