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So soll Pinnebergs neues DRK-Pflegeheim aussehen

Millionenprojekt – Die Einrichtung des Roten Kreuzes wird eng mit der Klinik kooperieren.

Auf einem seit Jahren verlassenen und unansehlichen Grundstück in der Pinneberger Innenstadt, direkt an der Einmündung der Verbindungsstraße in den Damm, entsteht innerhalb der kommenden zwölf Monate ein neues Pflegeheim.

Betreiberin ist die bereits jetzt im Kreis Pinneberg tätige DRK-Schwesternschaft Hamburg. Die Einrichtung soll nach deren Begründerin den Namen „Seniorenresidenz Helene Donner“ erhalten. Schwerpunkt der Einrichtung wird die Nachsorge vor allem bei älteren Patienten sein, die sich an Krankenhausaufenthalte anschließen sollte. Erstmals im Kreis Pinneberg wird damit eine Lücke zwischen stationärem Klinikaufenthalt und Rückkehr in die häusliche Umgebung geschlossen, die dadurch entsteht, dass die Liegezeiten in den Kliniken immer kürzer werden.

Aufgenommen werden nach Angaben der Vorsitzenden der Schwesternschaft, Kirsten Schlusnus, auch jüngere Patienten mit Bedarf an Kurzzeitpflege etwa nach Schlaganfällen sowie längerfristig auf Pflege angewiesene Senioren. Ein Altenwohnheim wird das Haus allerdings nicht. Zur Verfügung stehen 109 Plätze. Neu geschaffen werden 60 Arbeitsplätze.

Pinnebergs Bürgermeister Horst-Werner Nitt sagte, er freue sich über die Investition von sieben Millionen Euro, zumal damit bewiesen werde, dass Pinneberg nicht so investitionsfeindlich sei, wie es immer dargestellt werde. Neben anderen privaten Eigentümern hat die Stadt an die Schwesternschaft ein kleines Grundstück direkt an der Straßeneinmündung verkauft. Dort befindet sich eine schützenswerte Eiche, zu deren Erhaltung sich die Bauherren vertraglich verpflichtet haben. Da diese Teilfläche der insgesamt benötigten 1800 Quadratmeter für etwas weniger als 30 000 Euro erworben wurde, konnte Nitt über diese Veräußerung ohne Beteiligung der politischen Gremien entscheiden.

Die bauliche Konzeption ist nach Darstellung der DRK-Schwesternschaft zukunftsweisend. Der Hamburger Architekt Jan-Oliver Meding hat einen rotgeklinkerten, L-förmigen Block mit drei Voll- und einem Staffelgeschoss entworfen. Vorgesehen ist die Unterteilung in sieben Wohngruppen mit jeweils rund 15 Bewohnern. Sie sollen in ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen unterstützt werden, in größtmöglicher Selbständigkeit zu leben. Daher sind überwiegend Einzelzimmer mit eigenen Bädern vorgesehen. Der Ausstattungsstandard sieht Teppiche und Holz anstelle von Linoleum und Fliesen vor. Ausgewählte Antiquitäten sollen die wohnliche Atmosphäre verstärken.

Im Erdgeschoss öffnet sich ein großzügiges Foyer zusammen mit einem Multifunktionssaal zu einer großen Südterrasse im Hof, an die sich ein Garten anschließt. Für Demenzkranke ist ein Rundweg vorgesehen, bei dem sich der Bewegungsdrang mit einem Naturerlebnis verbinden soll. Für jede Gruppe gibt es darüber hinaus Wohnbereichsküchen und eigene Aufenthaltsräume über die Privatsphäre hinaus.

Marion Girke, Pinneberg Hamburger Abendblatt vom 17.06.2004