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Schnelle Entscheidung – ohne Politik

DRK-Schwesternschaft investiert in Pinneberg / Gremien an Grundstücksverkauf nicht beteiligt

Gestern unterzeichneten Vertreter der Stadt und der DRK-Schwesternschaft den Vertrag zum Verkauf des Grundstücks am Damm. Dort soll eine Pflegeeinrichtung für 109 Bewohner entstehen.

Pinneberg. Hort-Werner Nitt ist stolz „Das ist ein schlagkräftiger Beweis dafür, dass Pinneberg nicht investitionsfeindlich ist“, kommentiert der Bürdermeister die Tatsache, dass die DRK-Schwesternschaft Hamburg in der Kreisstadt eine Pflegeeinrichtung bauen wird (Tageblatt/BZ berichtete). Auf dem unbebauten Grundstück an der Verbindungsstraße Ecke Damm wird ein 4-geschossiges Gebäude entstehen, das 109 Bewohnern Platz bietet. Etwa 60 Mitarbeiter (davon 20 in Teilzeit) werden sich um die Pflegebedürftigen kümmern.

Mit der Unterzeichnung des Grundstückskaufvertrags zwischen Stadt und Schwesternschaft schufen die Parteien gestern „den letzten Stein aus dem Weg“ – wenn auch nur einen kleineren: An den .1800 Quadratmeter großen Areal Ecke Verbindungsstraße / Damm gehörte der Stadt eine Fläche von gerade mal 135 Quadratmetern. Darin lag auch begründet, weshalb der vor etwa einem jahr im Schwesternverband erstmalig diskutierte Plan verhältnismäßig schnell verwirklicht werden konnte: Da der städtische Grundstücksanteil einen Verkaufswert von weniger als 30.000 Euro hat, mussten die politischen Gremien nicht am Entscheidungsprozess beteiligt werden. In Nitts Augen durchaus positiv „Es geht darum, dass hier ein Projekt realisiert wird“, erklärte der Bürgermeister, „wir dürfen die Gremien auch nicht überfrachten“.

Ein „Schnäppchen“ sei der Verkauf jedoch nicht gewesen, betonen beide Parteien. „Die Schwesternschaft hatte sich Vertraglich verpflichtet, die Pflege der Grünflächen zu übernehmen“, erklärte Architekt Jan-Oliver Meding. Das hätte ansonsten weiterhin die Stadt leisten müssen“, so Nitt. Umweltschützer werden sich freuen: die geschützte Eiche an der Straßenecke wird ebenso erhalten bleiben wie die zwei weiteren Straßenbäume vor dem Gebäude.

Ortsansässige Betriebe können profitieren

Sieben Millionen Euro wird die Schwesternschaft in das Projekt investieren. „Darüber freuen wir uns sehr“ erklärte Nitt. Denn auch ortsansässige Firmen können vom Bau profitieren. Meding betonte, die Zusammenarbeit mit der Verwaltung sei sehr konstruktiv gewesen; Innerhalb von zwei Wochen hatten wir den Bauvorbescheid.“

In dem Gebäude, das nach Helene Donner der Gründerin der Schwesternschaft, benannt werden soll, sollen sieben Wohngruppen mit jeweils 14 bis 16 Bewohnern entstehen. „Selbstständigkeit wird gefördert, Individualität gewahrt“, so Architekt Meding. In allen Pflegestufen werden Lang- und Kurzzeitpflege angeboten. Kirsten Schlusnus, Vorsitzende der Schwesternschaft, ist vom Konzept und der Notwendigkeit der Einrichtung überzeugt: „Die Zahl pflegebedürftiger Menschen steigt ständig – es gibt zunehmend mehr jüngere Schlaganfall-Patienten.“

Für ideal hält Schlusnus auch den zentralen Standort. „Einmal um die Ecke und man ist in der Einkaufsstraße.“ Öffentliche Grünflächen seien erreichbar, mehrere Buslinien halten direkt vor der Tür. Zudem liegt das Klinikum Pinneberg nicht weit entfernt, von wo aus Patienten nach der Behandlung zur nachsorge an die neue DRK-Einrichtung verwiesen werden können.

Wenn alles klappt, wird der Grundstein im August gelegt. Ein Jahr später soll das Gebäude dann fertiggestellt sein.

Von Elisabeth Meyer Pinneberger Tageblatt vom 17.06.2004