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Richtfest für Westside Tower – Wohnturm mit schmaler Taille

Wohnhochhäuser feiern derzeit eine Renaissance: Aktuell sind acht Türme in Planung oder werden demnächst in Frankfurt schon gebaut. Gestern war Richtfest für den Westside-Tower. Hier gibt es Mietwohnungen.

Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) ist überzeugt, dass dem vertikalen Wachstum die Zukunft gehört. Abzulesen sei dies an dem zuletzt deutlich spürbaren Trend zum Bau von Wohnhochhäusern. „Acht Projekte sind in Frankfurt in Planung oder werden derzeit schon gebaut – allein sechs im Europaviertel“, sagte er gestern beim Richtfest für den Westside-Tower in der Europa-Allee.

Allerdings hätten ganz Europa und Deutschland auf diesem Gebiet gegenüber Metropolen in Asien oder Amerika einen Nachholbedarf. Denn immer noch wirke der schlechte Ruf von Hochhaussiedlungen der 70er Jahre nach. „Allmählich setzt sich aber die Erkenntnis durch, dass dies eine zeitgemäße Form des Wohnens ist“, erklärte Cunitz und fügte an: „Und die muss nicht nur hochpreisig sein.“ Den Westside-Tower bezeichnete er als „Pionierprojekt“.

244 Mietwohnungen

Tatsächlich geht die Bauherrin, die Revitalis mit Sitz in Hamburg, einen ganz neuen Weg. Im Unterschied zu allen vergleichbaren Projekten in der Stadt setzt das Unternehmen aus Hamburg nicht auf Eigentumswohnungen. In dem 66 Meter hohen Gebäude entstehen ausschließlich Mietwohnungen zwischen 35 und 155 Quadratmetern. Gefordert werden Preise ab 13 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter.

Maßstäbe setzt das Gebäude, dessen Gesamtinvestitionsvolumen 62 Millionen Euro beträgt, laut Jan-Oliver Mending aber auch im Hinblick auf die Architektur. „Der Westside-Tower ist das attraktivste und exzeptionellste Wohnhochhaus, das es in Deutschland derzeit gibt. Zunächst habe ich aber auch gedacht, mein Gott, hier ist ja alles schief“, erklärte der Vorstand der Revitalis Real Estate AG. Nach genauerer Betrachtung sei er aber begeistert von dem Projekt gewesen.

Für die Gestaltung des Gebäudes mit 20 Stockwerken zeichnet das Frankfurter Büro „msm Meyer Schmitz-Morkramer“ verantwortlich, das als Sieger aus dem Ideenwettbewerb hervorgegangen war. „Unser Ziel war es, das Hochhaus von seiner Trägheit zu befreien. Durch Schrägen und Ecken hat der Turm eine Taille bekommen, so dass schlankere Teilansichten möglich sind“, erklärte Holger Meyer.

Frankfurt bleibe seiner Ansicht nach gar keine andere Möglichkeit als auf Wohntürme zu setzen, wenn es wachsen wolle. Allerdings müsse man sich von der Auffassung lösen, dass Wohnhochhäuser in sich abgeschlossen Städte seien. „Das ist der falsche Ansatz.“

Im April bezugsfertig

Rund 100 Anfragen liegen nach Angaben von Revitalis-Vermietungsleiter Alexander Kuhlendhal bereits vor. „Eine ordentliche Quote, denn die Vermietung startet erst im kommenden Monat.“ Bezugsfertig sollen die Wohnungen im April kommenden Jahres sein. Baustart auf dem rund 5100 Quadratmeter großen Areal war im Januar 2014. Übrigens: Noch vor der Fertigstellung ist das Gebäude schon verkauft, es befindet sich im Bestand eines von der Invesco Real Estate gemanagten deutschen Wohnimmobilienspezialfonds.

Die ersten Mieter, die einziehen, sind voraussichtlich die Mädchen und Jungen in der Kindertagesstätte im Erdgeschoss. Diese bietet 99 Plätze. Für die Kleinen steht ein großzügiges Außengelände zur Verfügung. Betreiber der Kita ist der Internationale Bund (IB).

Cunitz sprach deshalb auch von einem familienfreundlichen Projekt. Lob gab es vom Planungsdezernenten auch für die zwölf barrierefreien Wohnungen, die besonders für Senioren geeignet seien. Außerdem bilde der Westside-Tower mit dem direkt gegenüberliegenden Wohnhochhaus „Axxis“ ein repräsentatives Eingangsportal zum Europaviertel.

Alle Einheiten im Westside-Tower sind hochwertig ausgestattet: Parkett, Fußbodenheizung, Einbauküche, Balkon, Loggia oder Terrasse sind Standard. Die Raumhöhe beträgt 2,60 Meter. Zu erreichen sind die Wohnungen über eine großzügige Eingangshalle. Und wer möchte, kann sogar einen Concierge-Service buchen. Dieser kostet allerdings zusätzlich Geld. Unter dem Gebäude gibt es außerdem eine Tiefgarage mit 206 Stellplätzen.

 

Frankfurter Neue Presse, 26.06.2015, von Matthias Bittner