Pressemeldungen

Platz schaffen für Luxus-Hotel

Der Abriss der Ruine des ehemaligen Kreiskrankenhauses hat begonnen. 2011 soll auf dem Grundstück ein Luxus-Hotel eröffnet werden.

Kühlungsborn. Wer noch ein paar Erinnerungsfotos vom ehemaligen Brunshauptener Kurhaus und späterem Kreiskrankenhaus machen möchte, sollte sich sputen. Denn in acht bis zehn Wochen soll die Ruine in der Ostseeallee verschwunden sein. Davon geht jedenfalls Eckhard Werges, Chef der gleichnamigen Abrissfirma aus Kröpelin aus. Er erhielt den Zuschlag für den großen Auftrag. Seit gut einer Woche sind seine Leute im Inneren des Gebäudes mit Entkernungsarbeiten und der Beseitigung von Schadstoffen beschäftigt. Auch der erste Abrissbagger steht schon bereit. Und der trat gestern schon mal symbolisch in Aktion. Der Investor und Bauherr, die bauwo Grundstücks AG aus Hannover, hatte zu einer kleinen Zeremonie eingeladen, um den Beginn des Abrisses zu feiern.

Bauwo – Vorstand Bernd Rathenow skizzierte den Ablauf der Dinge: „Nach dem Abriss herrscht bis zum Spätsommer Ruhe, um die anliegenden Hotels nicht in der Hochsaison zu beeinträchtigen. Dann werden wir den ersten Spatenstich feiern und etwa zur gleichen Zeit im Frühjahr 2011 lade ich Sie schon jetzt sehr herzlich zum Eröffnungsball des Hotels ein“, sagte er den Gästen, die sich zum symbolischen Abriss-Beginn eingefunden hatten – Amtsleiter aus dem Rathaus, Stadtvertreter, Geschäftspartner von bauwo, Medienvertreter.

Dann informierte Rathenow über Eckpunkte des Projekts: Auf dem Grundstück wird ein Vier-Sterne-Superior-Hotel mit 170 komfortablen Zimmern und geräumigen Suiten entstehen. Mehrere Restaurants, ein Wiener Café sowie ein Biergarten werden regionale und internationale Spezialitäten anbieten. Darüber hinaus werden in unterschiedliche Größen aufteilbare Tagungsräume zur Verfügung stehen. Ein exklusiver Wellness- und Spa- Bereich ist auf 1300 Quadratmetern geplant. Der ehemalige Park am Stadtwald wird mit seinem alten Baumbestand rekultiviert. Als Betreiber konnte die Upstalsboom Hotel + Freizeit GmbH & Co KG mit Stammsitz in Emden gewonnen werden. Sie betreibt bereits 50 Hotel- und Appartmentanlagen an der deutschen Nord- und Ostseeküste- auch in Kühlungsborn. Sie wird das Haus unter dem Namen Upstalsboom Hotelresidenz & SPA Kühlungsborn führen. Schade, wird dabei sicher so mancher geschichtsbewusster Kühlungsborner denken, der sich im Namen der Wiedergeburt des einstigen, prächtigen Kurhaus-Hotels von Brunshauptens gewünscht hätte. An die Bäderarchitektur aus der Zeit um 1900 – das historische Kurhaus wurde 1908 gebaut – lehnt sich der Neubau auf jeden Fall an, versicherte Architekt Jan-Oliver Meding aus Hamburg. Und entsprechend dem historischen Vorbild werde das Hotel auch wieder einen Vorplatz erhalten, der die Ostseeallee mit der Strandpromenade verbinden wird.

120 neue Jobs soll das Luxus-Hotel bringen. Bei der Frage nach dem Investitionsvolumen hielt sich der Investor noch bedeckt. „Nicht unter 32 Millionen Euro, Plus Fördermittel, die wir beantragen werden“, so seine Antwort. Bei den Kühlungsbornern, die an der kleinen Zeremonie teilnahmen, herrschte Freude, dass an diesem Platz nun endlich etwas baulich Ansprechendes und wirtschaftlich- touristisch Sinnvolles entsteht. Wie bei Bürgervorsteher Hermann Bugar (65), der mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Kühlungsborn kam. „Egal ob vor 1945 als Kurhaus-Hotel, danach als Umsiedlerheim und Kreiskrankenhaus und seit 1996 leider als leerstehende Ruine: Dieses Haus und dieser Platz standen in Kühlungsborn immer im Blickpunkt. Gut, dass dieser Blick jetzt wieder schön wird“, sagte er.

LUTZ WERNER Ostsee - Zeitung vom 18.04.2009