Pressemeldungen

Neues Gesicht für den alten Bahnhof

Genehmigung erteilt, Start für Abriss & Neubau

Rahlstedt (cc). Die Würfel sind gefallen, die Baugenehmigung erteilt, Abriss und Neubau können beginnen. Das alte Rahlstedter Bahnhofsgelände bekommt ein neues Gesicht in Form eines modernen Büro- und Geschäftsgebäudes, das dem Stadtteil ein neues Herzstück geben soll. Visuelle Planentwürfe wurden nun erstmals zur Veröffentlichung freigegeben.

Die Bauplaner geben eine erste computergenerierte Aussicht auf die „Bahnhofsarkaden“. Die Fassade des neuen Geschäfts- und Bürogebäudes wird 82 Meter messen. Das Eiscafé bleibt erhalten, die Gestaltung des Vorplatzes soll mit Bürgern gemeinsam geplant werden.

Schon Anfang 2013 soll der Neubau nach den Plänen der Bauträger, der Grundstücksgesellschaft Rahlstedter Bahnhofstraße, der Otto Wulff Bauunternehmung (OWB) und der Hanseatischen Vermittlungs- und Beratungsgesellschaft (HVB), eingeweiht werden können, die neuen „Bahnhofsarkaden Rahlstedt“ zum Shoppen und Verweilen einladen. Schon heute passieren durch die direkten Zugänge zur Regionalbahn und zum benachbarten Busbahnhof jedes Jahr rund drei Millionen Fahrgäste das Gelände. Durch die geplante Erweiterung der Bahngleise und -verbindungen im Zuge der Anbindung Rahlstedts an die neue S 4 wird die Anzahl der Passanten künftig weiter ansteigen. Zudem laufen auf dem Gelände einige der wichtigsten Rahlstedter Einkaufsstraßen zusammen. Die Lage ist im Stadtteil an Attraktivität kaum zu übertreffen.

Das zu finanzierende Bauvolumen beträgt 5,1 Millionen Euro. Der Neubau soll sich über das gesamte, rund 1.000 Quadratmeter große Grundstück ausstrecken und seine Fassade 82 Meter lang sein. Das dreistöckige Gebäude soll auf rund 3.000 Quadratmetern Fläche sowohl Platz für den Einzelhandel bieten (Erdgeschoss), als auch für die Nutzung durch Büros in den oberen Etagen. Die Architektur des quaderförmigen Gebäudes – entworfen von Liam Earley von Meding Plan + Projekt (MPP) – ist am Bauhausstil angelehnt. Klare Linien und große Glaselemente sollen für ein modernes und ansprechendes Design sorgen. Die Außenwände werden mit Klinkersteinen in einem dunklen Rotbraunton verkleidet. Im farblichen Kontrast dazu sollen Pfeiler aus hellem Beton das Gebäude säumen, die zugleich die Terrasse im obersten Stockwerk stützen werden. Durch diese Bögen-Optik entstand auch die Idee für den Namen „Bahnhofsarkaden Rahlstedt“ (Bogen lateinisch „Arcus“).

Einen Interessenkonflikt mit den benachbarten „Rahlstedt Arcaden“ sieht Herbert Wenzel, Geschäftsführer der Hanseatischen Vermittlungs- und Beratungsgesellschaft und Gründungsmitglied der Igor, keineswegs. Er sieht die Namensähnlichkeit eher als „eine Chance zur wechselseitigen Unterstützung“. Das Management der Rahlstedt Arcaden wollte sich dazu zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern. Wenzel, der selbst Rahlstedter ist, ist davon überzeugt: „Der Neubau auf dem Bahnhofsareal ist ganz entscheidend für Hamburgs bevölkerungsreichsten Stadtteil. Aufgrund seiner zentralen Lage hat er maßgeblichen Einfluss auf das Erscheinungsbild.“

Mit dem eigentlichen, sein Jahren ungenutzten Bahnhofsgebäude, müssen weitere angrenzende Gebäude der Bahngleisverbreiterung und dem Neubau weichen. Das betrifft zunächst die jetzige Spielhalle. In einem zweiten Bauabschnitt werden später weitere angrenzende Gebäude abgerissen, die derzeit noch unter Erbbaurecht fallen. Im Zuge des Neubaus werden auch der Bahnhofsvorplatz und die Fußgängerzone – von der Schweriner Straße über den Boizenburger Weg bis hin zur Mecklenburger Straße – neu gestaltet. Die unmittelbar vor dem Grundstück der Bahnhofsarkaden verlaufende Straße wird aufgehoben, wodurch sich eine direkte Ver- bindung zum Vorplatz und somit zur Fußgängerzone ergibt. Geplant ist außerdem ein ebenerdiger Zugang zum Busbahnhof.

Die Bezirksversammlung Wandsbek hat einstimmig ihr politisches OK gegeben, ein Planungsbüro wurde bereits beauftragt. Im Zuge der Grundinstandsetzung der Fußgängerzonen im Rahlstedter Ortskern und der Neu- bebauung des Bahnhofsareals soll nach der Schweriner Straße im kommenden Jahr mit den Planungen und Vor- arbeiten im Bereich des ehemaligen Bahnhofs am Helmut-Steidl-Platz begonnen werden. Zudem soll eine umfassende Bürgerbeteiligung stattfinden. Nach den Erfahrungen mit der Schweriner Straße, möchten Politik und Planer bei diesem Projekt Bürger von Anfang an mit einbeziehen. Laut Bezirksamt soll bereits Mitte Januar 2012 eine öffentliche Auftaktveranstaltung stattfinden, bei der Ideen des beauftragten Garten- und Landschaftsbüros vorgestellt und Wünsche und Anregungen der Bürger für die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes diskutiert, aufgenommen und in die Planung einbezogen werden sollen. Die Vorarbeiten am Rahlstedter Bahnhof haben bereits begonnen. Eine Umzäunung wurde gezogen, Bauschutt-Container aufgestellt, die Bagger sowie ein Großkran wurden bestellt.

Markt Rahlstedt - 3.12.2011