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Kühne setzt sich neu in Szene

Die Altstadt erhält in den kommenden Jahren an der Wilhelm-Kaisen-Brücke ein neues städtebauliches Entrée. Bis 2019 errichtet der Logistik-Konzern Kühne+Nagel (K+N) im Einmündungsbereich der Martinistraße den Neubau seiner Bremer Niederlassung.

Rund 26 Millionen Euro werden auf dem Grundstück in drei Abschnitten verbaut. 
Geplant ist, dass zunächst am Brückenkopf das künftige Hauptgebäude entstehen soll. Dieser erste Bauabschnitt wird mit seinen elf Geschossen fünf Meter höher als das Bestandsgebäude aus den 1960er-Jahren aufragen, nämlich 39 Meter. Nach der Fertigstellung sollen die Beschäftigten aus dem Altbau in das neue Gebäude umziehen.

Ist dann der vorhandene Baukörper abgerissen, werden entlang der Martinistraße ein dreigeschossiger, transparenter Mittelbau und ein weiteres Bürogebäude entstehen.
 Der Gesamtkomplex mit der Bezeichnung August-Kühne-Haus soll ab 2019 rund 800 Beschäftigte von Kühne+Nagel in Bremen beherbergen. Aus gemieteten Büroflächen an der Martinistraße und einem Standort an der Hans-Böckler-Straße ziehen rund 250 Mitarbeiter in den Neubau.

„Respektvoller Umgang“ mit räumlicher Situation
Der Neubau der Konzernniederlassung entsteht an einer städtebaulich exponierten Stelle. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts befand sich auf dem Areal die sogenannte Kapff’sche Burg, ein neugotisches Wohn- und Geschäftshaus direkt an der damaligen Lüderitz-Brücke. Es markierte die Verlängerung der Wachtstraße zur Weser hin. Diese Lage greift der Neubauentwurf des Hamburger Architektenbüros „MPP Meding Plan + Projekt“ auf. Auf Höhe der Wachtstraße soll der niedrige, passagenartige Mittelteil des künftigen Gebäude-Ensembles die alte Sichtbeziehung in Richtung Marktplatz andeuten.
Senatsbaudirektorin Iris Reuther attestierte dem Entwurf auch aus diesem Grund einen „respektvollen Umgang“ mit der räumlichen Situation am Rande der Altstadt. Die Maßstäblichkeit gegenüber der umgebenden Bebauung bleibe gewahrt.

Baubeginn vielleicht noch in diesem Jahr
Statt einer Glas-/Stahl-Optik soll es eine beige-graue Betonfassade geben, eingefärbt mit Wesersandstein-Mehl. Dadurch werde das Gebäude besser mit seiner Umgebung harmonieren, so Skalecki. Auch Jens Tittmann sprach von einem „tollen und wertvollen Entwurf“ als Ergebnis der Beratungen im Gestaltungsgremium.

Mit den Arbeiten für den Neubau soll nach den Vorstellungen des Unternehmens noch im laufenden Jahr begonnen werden. Den Bauantrag hat Kühne+Nagel bereits eingereicht. Der Logistiker wird nach der Fertigstellung an der Martinistraße rund 11.000 Quadratmeter Bürofläche zur Verfügung haben und damit nach den Worten von Regionalchef Bielang „für künftiges Wachstum gerüstet sein“.

Weserkurier, 28.01.2016, von Jürgen Theiner