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Hotel Heiße Ecke Reeperbahn, Hamburg

Nach beinahe 20 Jahren wird die „Heiße Ecke“ gegenüber der Davidwache endlich bebaut. Ein österreichischer Baukonzern will auf dem teuersten Grundstück St. Paulis ein sechsstöckiges Hotel mit 94 Zimmern errichten.

Wunder gibt es immer wieder … Woran auf dem Kiez niemand mehr geglaubt hat, wird nun Wirklichkeit. 

Die 1965 gegründete Alpine (Firmenmotto: „Wir bauen die Zukunft!“) ist einer der größten Baukonzerne Europas. Allein in den deutschen Niederlassungen arbeiten 1200 Menschen. Seit 2006 gibt es an der Hopfenstraße auf St.Pauli auch ein Hamburger Büro. Alpine baut unter anderem die Stadien für die Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen. 

Am Donnerstag war bei Alpine niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Nach MOPO-Informationen liegt aber bereits ein Entwurf für das sechsgeschossiges Hotel der Winterhuder Architekten, „MPP Meding Plan + Projekt“ vor. Am 5. Januar berät der Bauausschuss des Bezirks Mitte über den Bauantrag, den bereits Oberbaudirektor Jörn Walter abgenickt hat. Die Architekten MPP haben auf dem Kiez bereits das Hotel „Holiday Inn Express St. Pauli“ an der Simon von Utrecht-Sraße entworfen.

Baubeginn könnte dann noch 2011 sein und damit würde unter eine unendliche Geschichte endlich der Schlusspunkt gesetzt.

Bis zum zweiten Weltkrieg stand an der Ecke Reeperbahn/Hein-Hoyer-Straße ein großes Wohnhaus. Es wurde von Bomben zerstört und 1950 eröffnete der Imbiss „Heiße Ecke“. Anfang der 90er Jahre wurde die Würstchenbude abgerissen, 1991 kaufte ein Geschäftsmann das knapp 200 Quadratmeter große Grundstück von der Stadt für gut 800.000 Euro. 

Für etwa eine Million soll es dann 1998 der umstrittene Kiez-Investor Burim Osmani erworben haben. Auch er wollte ein Hotel errichten, tönte: „Ich baue Hamburg ein Wahrzeichen.“ Er ließ den renommierten Hamburger Architekten Jan Störmer einen Entwurf zeichnen. Doch der Bau wurde nie realisiert. Für angeblich drei Millionen Euro soll Osmani nun die „Heiße Ecke“ zusammen mit zwei Nachbarhäusern an Alpine verkauft haben.

THOMAS HIRSCHBIEGEL - Hamburger Morgenpost 31.12.2010